Aktivitäten und Erfolge von Leverenz, Larissa Sen.Art. Mag.art., Dipl.Des.

Kuratieren / Intendanzen / Leitungstätigkeiten

Titel der Ausst. / Veranstaltung: Tempted To Doubt
Veranstaltende Einrichtung: Sala Terrena, Wien (Österreich)
Funktion: Kuratieren
Beschreibung: TEMPTED TO DOUBT Projektleitung: Larissa Leverenz zur Ausstellung: Dr. Renèe Gadsden, kuratiert von Kirsten Borchert & Larissa Leverenz Ist es nicht gerade die Langeweile die uns verzweifeln lässt und der wir versuchen tagtäglich zu entrinnen? Bedarf es nicht einer enormen Disziplin, welche zwanghaft anmutet, Langeweile zu überwinden? Und ist es nicht letztendlich die lange Weile, die Ausdauer, die uns zu einem Schlüsselerlebnis, dem "Magic Moment" führt? John Baldessari setzte sich in seiner Performance "I will not make anymore boring art" aktiv mit dem Phänomen der Langeweile auseinander, indem er den Satz immer wieder an die Wände der Galerie schreiben ließ. Dem aktiven Miterleben als Zuschauer in Baldessaris Performance stellen wir Becketts "Malone" aus "Malone stirbt" gegenüber. Bei ihm ist das Erleben, nur auf die eigenen Imaginationen des Protagonisten beschränkt, die uns in eine passive Endlosschlaufe seiner Gedanken verstrickt. Beiden Künstlern haftet etwas zwanghaftes an, - aber sie scheinen diesen Weg bewusst gewählt zu haben. Das rythmische Schreiben des ewig gleichen Satzes und die kreisenden Bewegung der Selbstgespräche Malones, führen uns hinab in die Welt des Unbewussten. Beckett und Baldessari wagen das Experiment und verführen sich selbst, und wir die Zuschauer, sind die stillen Beobachter dieser Szenerie. Aber gerade dieser passive Voyerismus wirft Fragen auf. In unserer Ausstellung spielen die Künstler mit unterschiedlichem Zugang und verführen uns, das Vorgestellte zu befragen. Überschneidungen in den gezeigten Arbeiten bildet die Ironie, sie bricht den stetigen Ablauf und bietet Raum zur Reflexion. So kann die Videoarbeit "Trial" von Peter Hoiß, in der verschiedene Rollen, durch ein und dieselbe Person eingenommen werden, uns einen ironischen Gedankengang über das Verhalten des eigenen Egos in der Gruppe liefern. Oder das fein, säuberlich sezierte Modellhaus von Kirsten Borchert, dass uns ein Prinzip von Familie und Herkunft suggeriert und den Heimatbegriff auf lächelnde Weise hinterfragt. Das Erlebnis des "Magic Moments" ist vielleicht eines der stärksten Gefühle und es erinnert an das orgiastische Werk Georges Batailles ("Das obzöne Werk"), der diesen Zustand förmlich ausschlachtet und ihn als "kleinen Tod" betitelt. Man könnte diesen Moment aber auch wie Lou Reed in einem seiner berühmtesten Songs sehr poetisch beschreiben: .... Sweeter than wine Softer than a summer's night Everything I want, I have Whenever I hold you tight This magic moment ... © Text: Larissa Leverenz & Kirsten Borchert
Impressum | © 2020 Universität für angewandte Kunst Wien | Seite erstellt am 10.04.2020 um 07:55:18.
Inhaltliche Redaktion: Personalabteilung | Optimiert für Mozilla Firefox - Bei Problemen laden Sie bitte die aktuelle Version.